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Die langfristig vorteilhafte Wirkung kleiner Klassen


Ergebnisse der US-Langzeitstudie STAR

Im US Bundesstaat Tennessee wurde im Jahre 1985 eine Langzeit-Studie mit ca. 7000 Kindern begonnen. Eine nach Zufallsregeln zusammengestellte Schülerstichprobe war im 1. bis 3. Schuljahr in Klassen mit 13 bis 17 Kindern unterrichtet worden. Die Kontrollgruppen erhielten Unterricht in Klassen mit 22 bis 26 Schülern. Ab Klasse 4 wurden alle Teilnehmer an der Studie auf normal-große Klassen verteilt. Es wurden aber weiterhin Leistungen gemessen und Motivation, Arbeitshaltung und die Schulkarrieren erfasst. In allen Kategorien erzielten die Schülerinnen und Schüler, die die kleinen Klassen besucht hatten, im Mittel bessere Ergebnisse. Die Kinder aus den kleinen Klassen waren also sehr nachhaltig gefördert worden. Nur wenige scheiterten in der Schule. Besonders wirksam sind kleine Klassen für sozial benachteiligte Kinder.

Aus PISA folgt nicht, dass die Klassenfrequenz unwichtig ist

Abweichend von den Resultaten des "Tennessee STAR Projects", wird in Deutschland immer wieder behauptet, bei PISA habe sich gezeigt, es käme nicht auf die Klassenfrequenz an. Sehr gute Leistungen könne man genau so gut in Klassen mit 40 oder mehr Kindern erzielen, was üblicherweise damit begründet wird, dass bei PISA auch Japan und Korea zur Spitzengruppe gehören. – Bei dieser Bewertung der PISA-Ergebnisse wird jedoch außer Acht gelassen, dass gerade in Staaten, die bei PISA sehr gut abgeschnitten haben, intensive Förderung in Kleingruppen neben dem Unterricht stattfindet.

Die geringe Aussagekraft von Querschnitts-Erhebungen

Neuerdings wird aus einigen deutschen Bundesländern berichtet, in denen Vergleichsarbeiten flächendeckend eingesetzt wurden, dass die Auswertung der Tests gezeigt hätte, die Klassenfrequenz habe keinen Einfluss auf die Testermittelwerte. Solche Ergebnisse wurden z. B. bei der Mathematik-Gesamterhebung (der MARKUS-Studie) in Rheinland-Pfalz ermittelt. Hierbei muss man allerdings einschränken, dass auch bei MARKUS nur Querschnittdaten erfasst wurden. Solche einmalig erhobenen Leistungsdaten lassen keine Aussage darüber zu, ob die Schüler, die in kleinen Gruppen unterrichtet wurden, vielleicht besonders viel hinzugelernt haben. Falls sich die ursprünglich schwächeren Schüler vor allem in den kleineren Lerngruppen befunden haben (was dem allgemein Üblichen entsprechen würde), so sind sie dort möglicherweise sehr effektiv gefördert worden, denn bei der MARKUS-Studie, deren Tests in 9. Klassen eingesetzt wurden, haben alle Schülergruppen (unabhängig von der Gruppengröße) im Mittel gleichgut abgeschnitten. Die zunächst schwächeren Schüler aus den kleinen Klassen hätten also demnach die ursprünglich Besseren, die in den größeren Lerngruppen unterrichtet wurden, eingeholt.

Diese Betrachtungen zeigen, dass aus Querschnittsdaten keine wissenschaftlich fundierten Aussagen über die Wirkung der Klassenfrequenz gewonnen werden können. Die Ergebnisse von landesweit eingesetzten Vergleichsarbeiten würden also nur dann Aussagen über die Wirkung der Klassenfrequenz zulassen, wenn repräsentativ zusammengestellte Schülergruppen über viele Jahre hinweg beobachtet werden, wie beim Tennessee STAR Project. Weiter

Argumente zu diesem Thema:

"Langfristige Wirkung geringer Klassenfrequenzen", pdf-Datei, 178K, 14 Seiten Text mit Tabellen

Eine ausführliche Darstellung des Tennessee-STAR-Projects finden Sie unter

"Heros 2003: "Tennessee’s K-3 Class Size Study", Health & Education Research Operative Services, Lebanon, Tennessee, USA, http://www.heros-inc.org/star.htm

Folgende Tabelle enthält Klassenfrequenzen und Schulgrößen in PISA-Teilnehmerstaaten:

"PISA-2000: Klassenfrequenzen und die Größe von Schulen in den Teilnehmerstaaten" pdf-Datei, 27K, eine Seite, eine Tabelle

Aus den nachfolgenden Tabellen lässt sich ablesen, in welchem Ausmaß die meßbare intellektuelle Entwicklung einzelner Kinder durch die individuelle Zuwendung, die sie von erwachsenen Bezugspersonen erfahren, gefördert wird:

Der Einfluss der Geschwisterzahl auf die messbare Entwicklung von Sprache, Motorik, Spielaktivitäten und sozialem Verhalten, Ergebnisse aus verschiedenen Studien, pdf-Datei, 27K, Text und Tabelle, eine Seite

Einfluss der Zahl der Geschwister auf die Ergebnisse im Textverständnis-Test bei PISA-2000,pdf-Datei, 51K, eine Tabelle, eine Seite